Meistens wird „Qi“ mit „Lebensenergie“ übersetzt. In einem lebendigen Körper ist Qi vorhanden, in einem toten Körper nicht. Das Qi findet sich nicht nur in unserem Körper, sondern auch in allem, was uns umgibt – in Pflanzen, im Wasser, in Steinen, in der Luft....
Wir bekommen von unseren Eltern eine bestimmte Menge an Qi mit auf unseren Lebensweg. Mit diesem angeborenen oder ererbten Qi müssen wir sorgsam umgehen, denn wenn es erschöpft ist, erlischt unsere Lebensenergie und wir sterben. Wir müssen also gut mit unserer Energie haushalten, uns nicht zu sehr verausgaben, uns nicht zu viel Stress zumuten und uns genügend Erholungspausen gönnen. 

Das Gute ist aber, dass wir nicht nur dieses ererbte Qi zur Verfügung haben, sondern auch im Laufe unseres Lebens zusätzliches Qi generieren, nämlich unter anderem aus der Nahrung, die wir zu uns nehmen. Deshalb spielt die Ernährungs-lehre in der TCM eine sehr große Rolle. Beim Qigong stärken wir  die Energie von Niere, Milz und Magen und fördern somit auch eine starke und gesunde Verdauung. 

Die zweite Quelle, aus der wir zusätzliches Qi gewinnen können, ist die Luft, die wir atmen. In diesem Zusammenhang spielt der Atem eine ganz entscheidende Rolle. Je tiefer wir ein- und ausatmen desto mehr Qi können wir aus der Luft aufnehmen und unserem Körper zuführen. Bei regelmäßigem Praktizieren von Qigong werden die Atemzüge im Laufe der Zeit immer länger und tiefer ohne daß man dazu spezielle Atemübungen machen muss. Ziel ist es, den Atem irgendwann ganz zu vergessen, da er von selbst im richtigen Rhythmus fließt.