Am Anfang war...... das Tao? - Gott - der Urknall? - was auch immer? - auf jeden Fall war es nur Eines, eine Einheit, aus der sich alles andere entwickelt hat – das ist die grundsätzliche Anschauung jeder Religion und Philosophie. Danach kam es zu einer Spaltung dieser Einheit in eine Dualität: Erde und Himmel (Weltall), Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit, männlich und weiblich, Leben und Tod ….....  Diese Dualität wird in der taoistischen Weltanschauung durch Yin und Yang symbolisiert. Dabei ist Yin der ruhende Pol: Erde, Schwere, Nacht, Dunkelheit, Winter, das Weibliche, Schlaf, Entspannung, Passivität etc. Yang ist der bewegte Pol: Himmel, Leichtigkeit, Tag, Helligkeit, Sommer, das Männliche, Wachsein, Anspannung, Aktitvität etc. Yin und Yang wechseln sich nicht abrupt ab, sondern gehen ineinander über (wie z. B. die Nacht in den Tag übergeht) Das Yin beinhaltet in sich das Yang und umgekehrt; das kommt im Symbol durch den kleinen Punkt Yin im Yang und umgekehrt zum Ausdruck.

Yin und Yang können nicht unabhängig voneinander existieren, sondern bedingen sich gegenseitig.  Wenn das Yin erschöpft ist, erschöpft sich auch das Yang - ohne Schlaf und Erholung ist keine Aktivität möglich. Unsere aktuelle Lebensweise ist sehr Yang-lastig: Nach der Arbeit noch schnell zum Sport und danach noch ein Treffen mit Freunden.... Sein Yin zu pflegen ist nicht wirklich "in". Die Konsequenzen merkt man erst, wenn es trotz eines "perfekten" Lebens plötzlich zu Erschöpfungszuständen oder sogar zu einem Burnout kommt. Ein wichtiges Ziel des Qigong besteht darin, sowohl das Yin als auch das Yang zu pflegen, durch gezielte körperliche Aktivität im Einklang mit bewusstem Atmen und geistiger Ruhe und Entspannung. Nach einem langen Arbeitstag ist Qigong die perfekte Alternative zu Sport.

Nach der chinesischen Weltanschauung lebt der Mensch im Spannungsfeld zwischen Himmel und Erde; wir werden von der Erde getragen und vom Himmel bedeckt. Unser Körper ist das Bindeglied zwischen der Yin-Energie der Erde und der Yang-Energie des Himmels. Um physische sowie emotionale Stabilität zu erreichen, müssen diese beiden Energien in unserem Körper im Gleichgewicht sein. Beim Qigong verbinden wir uns mit der Yin-Energie der Erde und der Yang-Energie des Himmels. Bei jeder Aufwärtsbewegung fühlen wir uns leicht und lassen uns von der Energie des Himmels nach oben ziehen. Bei jeder Abwärtsbewegung lassen wir uns von der Erde nach unten ziehen und spüren die Schwere unseres Körpers. Unser Körper ist fest und stabil in der Erde verwurzelt und gleichzeitig ist unser Geist leicht und unbeschwert.