"Wahre Meisterschaft wird dadurch erlangt, den Dingen ihren Lauf zu lassen." (Laotse)

Ein zentraler Gedanke im Taoismus ist das sogenannte "Wu Wei" oder "Handeln durch Nicht-Handeln".

Grob gesagt geht es darum, dass wir selbst den Fluß unseres Lebens behindern, indem wir die Dinge nicht so akzeptieren, wie sie sind, sondern  Ziele verfolgen, die das Leben nicht für uns vorgesehen hat. Durch unseren Widerstand behindern wir den natürlichen Lauf der Dinge und damit auch eine positive Entwicklung unserer eigenen Lebens-geschichte. Dieser Gedanke mutet auf den ersten Blick sehr fremd an, da wir es gewohnt sind, alles zu planen, uns Ziele zu setzen und sie um jeden Preis zu erreichen.


Loslassen


Vielleicht können wir dieses Konzept am ehesten mit dem Begriff  "Loslassen" in der westlichen Welt-anschauung vergleichen. Wir sollten uns nicht an bestimmte Gedanken oder Ziele klammern, sondern uns zu gegebener Zeit auch davon verabschieden können. Oder mit dem Bild, einen Ballon fliegen zu lassen. Wir ergreifen die Initiative und lassen den Ballon fliegen, aber wohin er fliegt, liegt dann nicht mehr in unserer Macht. 

Qigong als "energetische Achtsamkeit"

Dieses Prinzip finden wir auch beim Qigong. Wenn wir Qigong als "energetische Achtsamkeit" praktizieren, geht es nicht darum, ein bestimm-tes Ziel zu verfolgen oder zu erreichen. Wir praktizieren vollkommen absichtslos, konzen-trieren uns nur auf den Moment und beobachten mit Erstaunen, welche Veränderungen sich scheinbar ganz von selbst einstellen.